Runic Deluxe

Fans von Arcade- und Fantasy-Spielen dürfen sich freuen. Runic bietet Spaß und rasante Steinbrecheraction vor einem Hintergrund, der im tiefsten Mittelalter angesiedelt ist. Trotz ein paar direkt ins Auge springender Mängel - zum Beispiel die primitive Grafik, eine minimalistische Auswahl an Umgebungen und nur ein einziger Spielmodus - gibt es jedoch auch eine Menge Schönes zu entdecken. Besonders Fans von kürzlich erschienenen Filmen wie die 'Der Herr der Ringe'-Trilogie werden sich sofort für die packende Handlung und die Spielmechanik des Titels begeistern können. Die Story: Vier böse Zauberer haben die Welt in Angst und Schrecken versetzt. Du bist ein junger Magier. Bewaffnet mit einem mystischen Schläger (am unteren Bildschirmrand und zu steuern, indem die Maus nach links und rechts bewegt wird) musst du die Menschheit von dieser Geißel befreien. Zum Glück steht dir außerdem noch ein ganzes Arsenal von Zaubern zur Verfügung, was deine Chancen im Kampf gegen Skelette oder auf Besen reitende Horrorgestalten erheblich verbessert und enorm zum Spielerlebnis beiträgt. Die eigentliche Action funktioniert ähnlich wie bei anderen Titeln dieses Genres. Du musst einfach nur einen Ball in Stapel von Objekten aus Holz, Stein, organischen Materialien oder Metall schlagen und alle Dinge auf dem Bildschirm zerstören (die je nach Level in verschiedenen Konfigurationen angeordnet sind), und eine Stufe nach der anderen schaffen. Mit jedem erfolgreich gemeisterten Szenario gelangst du einen Schritt weiter auf der einzigen, vor Abenteuern nur so strotzenden Karte im Story-Modus, auf der du unter anderem malerische Schauplätze wie einen Friedhof oder einen dunklen Wald entdecken kannst. Immer wenn du den Ball verpasst, verlierst du ein Leben. Sobald alle Leben verbraucht sind, wird die Endsequenz abgespielt, und du musst ab der letzten großen Wegpunkt von vorn beginnen. Zu den Herausforderungen und besonderen Extras, die dir auf deiner Reise begegnen, gehören auch Folgende: Diverse Steine mit die Umgebung zerstörenden Bomben, Würfel, die Feuerbälle in alle Richtungen verschießen, wenn sie getroffen werden, und einstellbare Schalter, die unzerstörbare Steine entfernen oder hinzufügen. Sammelbare Extras, die, sofern du sie einsammeln kannst, bevor sie wieder verschwinden, bis zur Größe deines Schlägers anwachsen, den Ball verlangsamen und bewirken, dass Kugeln an deinem Schläger kleben bleiben oder dieser Flammen werfen kann. Feinde, die versuchen, dir einen Strich durch die Rechnung zu machen und die du mehrere Male treffen musst, bevor sie verschwinden. Edelsteine, die aus ihren Umhüllungen geschlagen werden und sich in behelfsmäßige und blitzschnell abprallende Projektile verwandeln oder in Schatzkisten gefunden werden können und für einen ordentlichen Punktbonus sorgen. Dornbüsche, die nachwachsen, wenn du sie nicht durch Spezialangriffe wie den Säureregen beseitigst. Noch spannender jedoch wird das Spiel durch die leichte thematische Anspielung auf die Rollenspielkategorie (z. B. Dungeon Hack): Es ist möglich, mächtige Beschwörungen einzusetzen und zwischen den einzelnen Stufen das Inventar aufzustocken. Zaubertränke in verschiedenen Farben, die aus zerstörten Steinen fallen oder vor jedem Kampf mit Münzen gekauft werden können, die zwischen den einzelnen Missionen gesammelt werden, erweisen sich als besonders wichtig. In der richtigen Kombination (z. B. blau und gelb, grün oder rot) erzeugst du explodierende Kugeln, kannst Steine zerstörende Schneestürme herbeirufen oder ganze Wellen von fliegenden Schädeln beschwören. Es ist allerdings schade, dass die einzelnen Zauber, auf die du per Rechtsklick mit der Maus zugreifen kannst, nicht direkt über bestimmte Tastaturkürzel kombiniert oder aktiviert werden können. Das System funktioniert jedoch trotzdem gut, auch wenn erfahrenere Spieler nicht oft darauf zurückgreifen müssen (und einfach ihr hart erkämpftes Geld hernehmen, um sich Extraleben zu kaufen). Darüber hinaus gibt es noch einen Standardzauber, mit dem sich die Flugrichtung des Balles alle paar Sekunden plötzlich ändert, und zwar ohne dass dich dies einen Trank kostet, was dir auf amüsante Weise jede Menge Zeit und Frust erspart. Auch wenn wir schon weitaus bemerkenswertere Grafik und Sound gesehen bzw. gehört haben und auch die Abwechslung bei den Hintergründen zu wünschen übrig lässt (der Titel wirkt wie ein Shareware-Spiel aus den frühen 90ern), gibt es insgesamt eigentlich nur wenig auszusetzen. Lässt man den Mangel an Tiefe bei den Umgebungen und der allgemeinen Spannung einmal außer Acht, gibt es auch Gutes zu berichten: Die Bedienung z. B. könnte nicht einfacher sein und die herausragenden Verbesserungen des altbekannten Steinbrecherschemas tragen enorm dazu bei, den Wiederspielwert zu steigern. Alles in allem ist Runic sicherlich nicht der tollste oder anspruchsvollste Versuch, die Welt der Unterhaltungsspiele zu revolutionieren. Dennoch findet man hier zwischen Feuer speienden Voodoopuppen und magischen Multiball-Optionen noch jede Menge Spaß, der Spieler mit flinkem Klickfinger für eine Weile bei der Stange halten wird.
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