Burger Island Deluxe

Dann versuch es mal mit Burger Island, dem coolsten Beispiel für hektisches Umsichwerfen mit Lebensmitteln, das wir in den letzten Wochen gefunden haben. Trotz der rasenden Geschwindigkeit, die das Spiel entwickelt, und der unausweichlichen Wiederholungen, ist es ein glänzendes und überraschend lohnendes Erlebnis, das deine Lust auf irrwitzig schnellen Spielspaß in bester Arcade-Manier mit Sicherheit befriedigen wird. Zu Beginn der Geschichte landest du - eine dauerlächelnde, grünäugige und schwarzhaarige Schönheit - nach einem verheerenden Sturm als Schiffbrüchige an den Gestaden einer einsamen Insel. Allein, verwirrt und ohne einen Cent in der Tasche stolperst du eher zufällig über einen Burgerstand, den du nach einer extrem kurzen Einarbeitung von nur einem Tag von einem alten Ehepaar erbst. Von nun an gilt es, eine Serie von genreüblichen, allerdings schweißtreibenden Herausforderungen zu bestehen, d.h. ungeduldige Kunden zufriedenzustellen, bevor die Temperaturanzeige, die deren Stimmung darstellt, endgültig gegen Null tendiert. Um das zu verhindern, musst du je nach Bestellung verschiedene Burger, Pommes und Milchshakes produzieren, und je schneller es dir gelingt, vertrottelte Biker und schwabbelbäuchige Touristen abzufüttern, desto mehr Geld nimmst du ein. Am Ende eines Tages musst du ein bestimmtes Umsatzziel erreicht haben, um den Level erfolgreich abschließen und ggf. neue Gourmetrezepte kaufen zu können. Jede kulinarische Neuerwerbung wird natürlich zu einem höheren Preis verkauft, was dir Gelegenheit gibt, nach und nach die gesamte Insel mit deinen Burgergrills zu überziehen. Zu Beginn des ersten von drei Szenarien ist die Aufgabe vergleichsweise einfach: Hinter dem Rücken der Heldin schaust du aus der Vogelperspektive auf insgesamt vier Tabletts und arbeitest mehr oder minder gleichzeitig am Grill, den Frittenschalen oder an der Milchshake-Station. Wer aber erfolgreich sein will, muss so schnell wie nur menschenmöglich seine Menüs zubereiten, indem er wie ein Wilder Fleischklopse, Gemüsebratlinge, Shakes und andere leckere Beilagen herbeizaubert. So könnte ein Kunde beispielsweise einen Cheeseburger, ein zweiter wiederum einen Gemüseburger bestellen, während ein dritter einen Tiki Spezial ordert. Jedes Gericht hat natürlich sein eigenes Rezept und verlangt eine wilde Mischung verschiedenster Zutaten (z. B. Fleischbratling + Käse + Pickles oder Gemüsebratling + Senf + Zwiebeln + Tomaten + Salat). Natürlich will all das in der richtigen, über den farblich abgesetzten Kundenstationen durch Icons dargestellten Reihenfolge zusammengestellt werden. Kurzum, die Aufgaben erfordern, wie nicht anders zu erwarten, ein beständiges, hyperaktives Klicken auf Brötchenhälften, Milchkartons, Sirupflaschen, Sahnebehälter und Pfefferstreuer - unter Höchstgeschwindigkeit, versteht sich. Das Spiel erfordert strategisches Denken - dein Erfolg hängt stark davon ab, ob und inwieweit du in der Lage bist, die nächste Bestellung zu antizipieren und verwandte Aktivitäten zusammenzufassen, um Zeit zu sparen. Der Arbeitsweise liegt also eine Methode zugrunde, und trotzdem werden dich deine Aufgaben zuweilen überfordern. Natürlich macht Übung hier den Meister, und es gibt keine Herausforderung, die nicht nach ein paar Versuchen und einigen nur mühsam verhinderten Herzinfarkten zu meistern wäre. Aber an vier Kundenstationen und an einem All-You-Can-Eat-Buffet voller Nahrungsmittel zu hantieren und gleichzeitig grantige Kunden vorm Ausrasten und bratende Burger vorm Ankokeln zu bewahren, wird deine Geduld und deine Reflexe in jedem Fall aufs Äußerste strapazieren. Deshalb ist dieser Titel bei mittlerem Schwierigkeitsgrad am besten für erfahrene Gelegenheitsspieler geeignet... Eine Schande, wenn man bedenkt, dass die atemberaubenden Produktionskosten, die er zur Schau trägt, eigentlich ein Publikum aller Altersklassen und beiderlei Geschlechts verdient hätten. Aber im Ernst: Der Surfin'-Safari- Soundtrack ist so gut, dass man selbst dann nicht aufgeben möchte, wenn man noch nicht über die geforderte Fingerfertigkeit verfügt. Das gilt ebenso für die Figurenanimation, insbesondere für diesen aufgeblasenen, sarkastischen und finster dreinblickenden Maître Pierre, der nicht nur als Lehrmeister, sondern immer wieder auch als komischer Widersacher auftaucht. Trotz aller Vorzüge unterscheidet sich das Spiel aber in einem wesentlichen Punkt kaum von seinen Mitbewerbern: Die zugegebenermaßen atemberaubende Action kann auf Dauer etwas ermüdend wirken, da im Grunde immer wieder das Gleiche passiert. Doch bevor man diesen Punkt erreicht, müssen schon etliche Stunden ausgiebigen Spielens ins Land gegangen sein. Das Spiel ist zwar ein typischer Vertreter seines Genres, doch wegen seiner spektakulären Grafik, seinem Super-Soundtrack und seinem feinen Gespür für Figuren ist es allemal sein Geld wert. Du bist von ganzem Herzen eingeladen, darufloszufuttern und es selbst auszuprobieren. Offengestanden, kriege ich allein bei dem Gedanken schon wieder Appetit...
Spiel-Review von Gamezebo. Copyright © 2009 Gamezebo. Alle Rechte vorbehalten.
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