Nanny Mania Deluxe

Ich habe mir oft ausgemalt, wie es wäre, reich zu sein und eine Haushälterin zu haben - jemanden, der für mich kocht, meine Hemden wäscht, den Dreck meiner Haustiere wegwischt und mir ein Leben ermöglicht, in dem unangenehme Aufgaben etwas unbekanntes sind. Nanny Mania ermöglicht einen Blick auf diese Welt, allerdings nicht aus der Perspektive der Reichen. Stattdessen erlebt der Spieler den täglichen Kleinkrieg gegen Schmutz und Unordnung aus der Sicht der Haushälterin selbst. Nanny Mania verbindet den Zwang zur strategischen Zeiteinteilung von Spielen wie Diner Dash mit einer Atmosphäre, die aussieht und sich anfühlt wie bei den Sims zu Hause - ein interessantes Konzept, dass definitiv Spaß macht. Die Haushälterin wird vom Bürgermeister und seiner jungen Familie engagiert. Zunächst ist neben dem Elternpaar nur die neugeborene Tochter zu versorgen. Da die Eltern viel zu beschäftigt sind zum Kochen, Putzen oder Bügeln, ganz zu schweigen von der Pflege des eigenen Nachwuchses, bleibt es der Haushälterin überlassen, sich um alles zu kümmern und zu verhindern, dass der Haushalt im Chaos versinkt. Das ist zunächst kinderleicht. Der Spieler schaut schräg von oben in das Haus und seine einzelnen Zimmer, und jede Verwüstung, um die sich die Haushälterin kümmern muss, ist schön auffällig mit einem gelben Rahmen markiert. Mit einem einfachen Klick darauf wird dann aufgeräumt. Zu den Aufgaben eines durchschnittlichen Arbeitstages gehören etwa das Zurechtzupfen der Sofakissen, die Reinigung des Aquariums, der Windelwechsel und das Füttern des Babys, Aufsammeln und Waschen der Schmutzwäsche sowie Betten- und Essenmachen für die ganze Familie. Einige Aufgaben erfordern mehr als einen Arbeitsschritt, etwa die Zubereitung des Essens: Man nimmt es aus dem Gefrierschrank, steckt es in den Ofen, serviert es der Familie und räumt schließlich das schmutzige Geschirr in die Spülmaschine. Schon bald wird der Alltag entschieden hektischer, während die Familie des Bürgermeisters wächst. Schließlich rennen vier Kinder durch das Haus und richten überall ihre Verwüstungen an. Kleinkinder schmeißen gerne Lampen und Vasen um, Kindergartenkids malen bunten Bilder auf den Badezimmerspiegel und hüpfen mit Schlammschuhen auf dem Sofa rum, Teenager hinterlassen im ganzen Haus Berge von Schmutzwäsche. Und die Kinder sind nicht die einzigen Schmutzfinken im Haus: Als Haushälterin schrubbt man ebenso die Wanne, wenn Mutti ein Bad genommen hat, wie den Fußboden, wenn Vatis Schuhe den halben Golfplatz in die Wohnung tragen. Der Arbeitstag ist geschafft, wenn alle Verwüstungen aufgeräumt sind, bevor die Zeit abläuft. Man kann jede Stufe recht schnell schaffen, wenn man strategisch vorgeht und zügig aufräumt, aber wer trödelt, den überrascht die Familie mit immer neuem Chaos, bis einem schließlich die Arbeit über den Kopf wächst. Anders als bei Diner Dash und ähnlichen Spielen bekommt man hier keine Extrapunkte für Kombinationen oder wenn man Arbeiten in einer bestimmten Reihenfolge ausführt. Schließlich geht die Haushälterin in den Ruhestand, die Familie zieht aus und ein neues Elternpaar erscheint im Haus. Das passiert zwei Mal, so dass der Spieler, wenn er will, den ganzen Kreislauf drei Mal durchspielen kann, jeweils mit unterschiedlichen Figuren.
Spiel-Review von Gamezebo. Copyright © 2009 Gamezebo. Alle Rechte vorbehalten.
|