Insaniquarium Deluxe

Nur wenige Wunder der Natur sind so still und wunderschön wie die transportable Unterwasserwelt in einem durchschnittlichen Aquarium daheim. Natürlich weiß jeder, der Aquarien nicht nur ab und zu im Chinarestaurant an der Ecke bewundert, wie viel Pflege so ein eigenes Arrangement daheim benötigt. Ironischerweise gelingt es dem Bestseller Insaniquarium Deluxe erfolgreich, sowohl den Spaß als auch die Frustration zu simulieren und beide Seiten der Medaille darzustellen. Darüber hinaus zieht das Spiel auch weiterhin Generationen von Spielern durch seinen fesselnden, kniffligen Charme in seinen Bann. Glückwunsch - du hast ein blubberndes, lichtdurchflutetes und sanft wogendes Cartoon-Aquarium voll kitschiger Dekogegenstände wie Taucherhelme, Tonscherben, Säulen und Korallenstücke geerbt. Dazwischen schwimmen witzige Exemplare frecher Guppys und anderer Wasserbewohner herum. Klickt man auf den Bildschirm, fällt Futter ins Aquarium, über das sich die kleinen Freunde sofort hermachen. Je mehr sie fressen und je höher der Nährwert der Nahrung, desto schneller wachsen sie. Was jedoch am wichtigsten ist: Je größer die Fische werden, desto höher ist der Wert der Münzen (anklicken, um sie einzusammeln), die sie fallen lassen, und desto schneller erscheint auch neue Beute. Das hört sich bis jetzt ziemlich einfach an, oder? Überraschung! Das war nur der Anfang. Dein Ziel in jedem Level: Du musst genug Bargeld ansammeln, um drei unterschiedliche Teile eines Sammeleis kaufen zu können. Sobald du die Teile hast, gelangst du ins nächste Level. (Zumindest im Abenteuer-Modus ... Beim Zeitspiel geht es darum, so viel Kohle wie möglich zu scheffeln, bevor die Zeit um ist, während du im Herausforderung-Modus gegen immer schwierigere Feinde kämpfen musst.) Es gibt natürlich ein paar sehr wichtige Variablen, die die Erfolgschancen beeinträchtigen. Zunächst einmal sind da die Fische, die sich vor Hunger langsam grün färben. Wenn du sie nicht rechtzeitig fütterst, sterben sie. Futter kostet Geld, und du kannst immer nur eine bestimmte Menge an Leckereien in das Aquarium werfen. Fleischfressende Fische müssen sich ihr Futter selbst besorgen, indem sie sich an ihren Artgenossen gütlich tun - mit Standardfutter braucht man ihnen nicht zu kommen. Und dann tauchen auch noch regelmäßig mit Reißzähnen bewehrte Außerirdische auf! Man muss wie verrückt herumklicken, um zu verhindern, dass ihnen die hilflosen Fische zum Opfer fallen, bis schließlich auch der letzte außerirdische Übeltäter erwischt ist. Wenn es wieder einmal hoch hergeht, muss man sich nur vorstellen, wie hektisch es erst wird, wenn man ein ganzes Ökosystem dieser kleinen Viecher managen muss, indem man nicht nur ständig Geld beschaffen, sondern auch noch hyperaktiv herumklicken muss. Der Titel bietet eine gelungene Mischung aus Arcade-, Rätsel- und Strategieelementen. Obwohl man es kaum vermutet, handelt es sich im Grunde genommen auch um eine schockierend realistische Wirtschaftssimulation. Es gibt kein Geheimrezept für den Erfolg, selbst wenn einem die bis zu drei Haustiere helfen, die aus den Eiern schlüpfen, die man sich geschnappt hat. Es gibt zum Beispiel in jedem Level Perlen erzeugende Austern, Futter speiende Seepferdchen und Bösewichte verschlingende Schwertfische. Schuld an dem Problem könnten die Geldbeschaffungselemente sein, die an allen Ecken und Kanten fundamentale Entscheidungen erfordern. Sollte man lieber ganze Schiffsladungen kleinerer Fische kaufen und versuchen, sie in dicke Goldesel zu verwandeln? Sollte man lieber auf eine Handvoll Guppys und eine größere Gruppe hungriger, Diamanten generierende Sorten vertrauen, obwohl man weiß, dass sie leichtere Beute für Eindringlinge sind und andere Ressourcen benötigen, um sich zu ernähren? Oder sollte man mit Hilfe der oben angebrachten Menüleiste in besseres Futter, die Möglichkeit, zusätzliche Pellets ins Aquarium werfen zu können, oder gar in eine mächtige Laserwaffe zur Abwehr der Feinde investieren? Qualität oder Quantität, Hirn oder Muskeln ... allzu viel sollte man aber nicht über die richtige Vorgehensweise nachdenken. Sich einfach gehen zu lassen ist wichtig, wenn man Spaß an diesem brillant ausgewogenen und schweißtreibenden Zeitvertreib haben will ... besonders, wenn man bedenkt, dass es dort ja noch viele weitere Dinge gibt, wie z. B. Bonus-Runden, in denen man hektisch über den Bildschirm fegen muss, um herabfallende Muscheln einzusammeln. Und außerdem gibt es auch noch virtuelle Aquarien, die sich auch als Bildschirmschoner verwenden lassen und in denen man jeden Tag neues Zeug einsetzen und virtuelle Tierchen pflegen kann. Dass dieser Titel mit so viel Inhalten vollgestopft wurde, wird mit Sicherheit alle höchlich erfreuen und begeistern. Und das umso mehr, als die Persönlichkeit der einzelnen Charaktere (Schnecken verstecken sich in ihren Häusern, wenn sich Feinde nähern, Fischmamas geben pupsende Geräusche von sich, wenn sie Junge gebären) und die Qualität der wie handgezeichnet wirkenden Grafik total überzeugen. Von typischen Soundeffekten fressender Fische bis hin zum munteren tropischen Soundtrack hat man ein absolut stimmiges und sattes Päckchen vor sich. Natürliche Begeisterungsfähigkeit in allen Ehren, überschütten wir heutzutage eigentlich keinen Titel mehr so überschwänglich mit Lob. Hier jedoch handelt es sich um einen echten Klassiker im wahrsten Sinne des Wortes, bei dem es sich lohnt, richtig tief einzutauchen.
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