Shangri La Deluxe

Wenn ich an Shangri La denke, stelle ich mir ein üppiges, friedliches Paradies vor, ein mystisches Utopia im Himalaja, weit entfernt von der übrigen Welt. Keine Sorgen, kein Stress, sondern eine ausgedehnte "Auszeit" mit jeder Menge Zeit für Entspannung! Shangri La von Zylom ermöglicht die erfrischende Flucht in ein phantastisches Reich voller blühender Panoramen und beruhigender Klänge. Es könnte jedoch sein, dass diese Erfahrung für manche nicht ganz so entspannend sein wird. Das Spiel aus dem gleichen Genre wie Bookworm, Babel und Text Express hat als Schauplatz einen tibetanischen Himmel. Die Herausforderung? Durch das Bilden von Wörtern müssen mit Buchstaben versehene Steine entfernt werden; gleichzeitig gilt es, nach einem darunter versteckten Stern zu suchen. Mit jedem weiteren gelösten Rätsel werden neue Türen geöffnet und die dahinter verborgenen Denkaufgaben freigeschaltet. Insgesamt können 48 Levels entdeckt werden, die die kleinen grauen Zellen ordentlich auf Trab bringen. Anders als bei den meisten Wortspielen gibt es bei Shangri La keine eigentliche Hintergrundgeschichte. Es müssen einfach nur durch das Knacken der Knobelaufgaben Wasserfälle freigeräumt werden, das ist schon alles. Dementsprechend gibt es auch nur einen Spielmodus. Das entspricht absolut nicht der Norm. Das Spiel beginnt bei der Wasserhöhle mit acht verschlossenen Durchgängen. Hinter jedem befindet sich ein verschütteter Wasserfall, der durch das Lösen von jeweils sechs Rätseln freigeräumt werden muss. Sobald ein Wortspiel gelöst ist, wird ein weiteres verfügbar, bis alle sechs geschafft sind. Daraufhin öffnet sich die Tür und der Wasserfall beginnt wieder zu fließen. Ziel ist jeweils, nicht nur die Rätsel zu lösen, sondern dabei auch sechs Sterne zu sammeln. Man bekommt je einen Stern für die Lösung eines Rätsels, für das Bilden eines Bonusworts, für Wörter aus sieben oder acht Buchstaben sowie einen weiteren, wenn man das Punktziel erreicht. Die Sterne werden benötigt, um die nächsten Türen zu öffnen, also sollte man so viele wie möglich sammeln. Wie schon gesagt: Man löst Rätsel, indem man Wörter aus mit Buchstaben versehenen Steinen zusammensetzt, die, ähnlich wie bei Mahjong, in vielen verschiedenen Anordnungen erscheinen. Ein integriertes Tutorial und eine einfache Anleitung erläutern die Vorgehensweise. Um Wörter zu bilden, klick man auf die gelben Buchstabensteine (blockierte Steine sind grau, bis sie verfügbar werden). Dadurch verschiebt man sie auf eine Wortleiste unten auf dem Bildschirm. Sobald man ein Wort gebildet hat, leuchtet der Eingabe-Button auf und wird grün, woraufhin man sein Wort einreichen kann. Man kann so lange Wörter bilden, bis keine Buchstaben mehr da sind oder bis man durch Entfernen aller angrenzenden Steine den Sternstein freigelegt hat. Man sollte daher so viele Wörter wie möglich bilden, bevor man den Stern freilegt. Sobald der nämlich frei liegt, ist das Rätsel gelöst. Das hört sich nicht nur ziemlich einfach an, sondern ist es auch wirklich. Es gibt jedoch auch einen Haken. Shangri La bietet nur einen Spielmodus - und der ist noch dazu mit einer Stoppuhr versehen! Du musst schnell überlegen, und im Lauf des Spiels steht immer weniger Zeit zur Verfügung. Erwartungsgemäß gibt es auch Boni und Hindernisse. Hier tauchen sie in Form von Steinen und Werkzeugen auf. Werkzeuge sind für den Spieler immer von Vorteil. Der Mischen-Stein zum Beispiel mischt alle Buchstabensteine neu, wenn man einmal feststeckt. Das Wörterbuch nennt das längste zu bildende Wort und der Sternsucher löst das Rätsel unmittelbar auf. Alle Werkzeuge werden in der Werkzeugleiste abgelegt und zum nächsten Rätsel mitgenommen, wenn man sie nicht benutzt. Man kann jedoch immer nur eine begrenzte Anzahl Werkzeuge besitzen, deshalb verschwinden neue gleich wieder, wenn die Werkzeugleiste voll ist. Glückssteine können entweder ein Fluch oder ein Segen sein. Ein Zauberstab kann sie vorab identifizieren, aber meistens muss man einfach Risiken eingehen. Beispiel: Ein Joker-Stein kann jeden beliebigen Stein ersetzen, "Doppelte Punkte" verdoppelt den Wert des als Nächstes gebildeten Wortes, "Extra-Zeit" setzt die Uhr zurück und mit "Größere Werkzeugleiste" kann man noch mehr Werkzeuge aufnehmen. Auf der anderen Seite bekommt man mit "Schwieriger Buchstabe" einen Buchstaben, der nicht so leicht zu verwenden ist, und "4-Buchstaben-Wörter" lässt die Wortleiste auf nur vier Buchstaben schrumpfen. Was also unterscheidet Shangri La von all den anderen Worträtseln? Anders als bei anderen Spielen dieser Art ist die Worterkennung nicht auf Wörter beschränkt, die von den Entwicklern als "akzeptabel" betrachtet werden. Stattdessen sind auch Wörter von eher fragwürdiger Natur erlaubt (speziell Schimpfwörter und solche, die sich auf verschiedene Körperteile und unfeine Geräusche beziehen). Das und die ansprechende Grafik sowie die allgemeine Atmosphäre unterscheiden dieses Spiel von seinen Mitbewerbern. Wie schon erwähnt gibt es nur einen Zeitmodus. Leute, die einen zusätzlichen Ansporn brauchen, werden dies zwar begrüßen, für andere jedoch dürfte das ein ziemlicher Spaßkiller sein. Ist Shangri La also das Richtige für dich? Wenn du Spaß an anspruchsvollen Wortspielen hast, bei denen du immer auf Zack sein musst, findest du hier das Paradies. Legst du beim Spielen jedoch lieber ein langsameres Tempo vor, erwartet dich dein Utopia woanders.
Spiel-Review von Gamezebo. Copyright © 2009 Gamezebo. Alle Rechte vorbehalten.
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